Unser Kursangebot

Qualifizierung zum Trainer für Gesprächsbegleiter für „Behandlung im Voraus planen (BVP)“

nach dem Standard der DiV-BVP e.V. (vormals beizeiten begleiten ®)


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Im Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) vom 07.12.2015 wurde mit dem neuen § 132g SGB V das Angebot einer „Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“ in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen eingeführt. Den Bewohnern und ihren Vertretern (Bevollmächtigten/ Betreuern/Angehörigen) kann eine entsprechende Beratungsleistung zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung angeboten werden.


Das Konzept ist auch in anderen Einrichtungen, wie z.B. Arztpraxen, Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten, Hospiz-Palliativdiensten oder Betreuungsvereinen anwendbar und nicht auf die oben beschriebene Gruppe beschränkt, wobei die Finanzierung dieser Gesprächsleistung dann je nach Setting zu klären ist. Eine Finanzierung durch die Kostenträger ist bisher nicht möglich.


Inhaltlich beruht eine derartige Vorausplanung auf dem international etablierten Konzept des „Advance Care Planning (ACP)“ (deutsch: Behandlung im Voraus Planen (BVP)). Als Kern der Vorausplanung wird dabei ein kommunikativer Prozess verstanden, innerhalb dessen die Wünsche der Patienten/Einrichtungsbewohner/Klienten an ihre zukünftige medizinische Behandlung im Sinne einer gemeinsamen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) entwickelt, erörtert, anwendungstauglich dokumentiert und kontinuierlich aktualisiert werden. Ziel ist es, dass Patienten in gesundheitlichen Krisen auch dann entsprechend ihrer individuellen Wünsche behandelt werden, wenn sie sich in der gegebenen Situation selber nicht (mehr) dazu äußern können.


Die Deutschsprachige interprofessionelle Vereinigung – Behandlung im Voraus Planen e.V. (DiV-BVP) hat zur Qualifizierung der BVP-Gesprächsbegleiter ein Curriculum entwickelt, das den Vorgaben der Vereinbarung vom 13.12.17 zur Umsetzung des § 132g SBV entspricht und einem hohen Qualitätsstandard verpflichtet ist. Zu den Elementen dieses Standards zählen u.a. klar definierte Gesprächsabschnitte, eine einheitliche Dokumentation der Gesprächsergebnisse und bestimmte Gesprächshaltungen und -kompetenzen auf Seiten der BVP-Gesprächsbegleiter. Hervorragendes Merkmal der Trainings der DiV-BVP ist das Schauspielpatient-(SP-) gestützte Gesprächstraining in Kleinstgruppen von 2 bis max. 4 Teilnehmern in einem Umfang von 24 UE.


Entsprechende Kompetenzen müssen auf Seiten der DiV-BVP-zertifizierten BVP-Gesprächsbegleiter-Trainer gegeben sein. Die Qualifizierung zum DiV-BVP-zertifizierten-Trainer für BVP-Gesprächsbegleiter folgt ihrerseits einem Curriculum der DiV-BVP.

 

Sie umfasst unter anderem folgende Themenfelder

  • eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Themen Befähigung zur Autonomie, Möglichkeiten, Grenzen und Risiken von Vorausplanung, Inhalte der Vorausplanung, Vertreterdokumentation und regionale Implementierung von BVP
  • die didaktische und methodische Erarbeitung der Elemente der Gesprächsbegleitung im Selbststudium sowie in Kleingruppen durch Probevorträge und anschließendes Peer-Feedback
  • Durchführung und Moderation des interaktiven Schauspiel-Patienten (SP)-gestützten BVP-Trainings mit Fokus auf verschiedenen didaktischen Optionen des BVP-Trainers („Werkzeugkasten“) mit besonderem Fokus auf der Methode des kleinschrittigen SP-gestützten Intensiv-Coachings
  • vertiefte Reflektion von Kommunikation mit Schwerpunkt Feedback-Kultur

Die Qualifizierung gliedert sich in drei Einheiten

  1. Vorbereitung: 24 UE Selbststudium (mit Erarbeitung der Dozentenrolle für die einzelnen Elemente des BVP-Gesprächsbegleiter-Workshops, ggf. mit eLearning-Unterstützung) sowie Teilnahme an einem (von einem zertifizierten BVP-Trainer geleiteten) BVP-Gesprächsbegleiter-Workshop in der Rolle des Beobachters sowie des Ko-Trainers bei den Teilnehmer-Rollenspielen.
    Die Teilnehmenden erarbeiten sich die insgesamt 14 Trainer-Impulse des 8-tägigen BVP-Gesprächsbegleiter-Workshops anhand von elektronisch zur Verfügung gestellten „Masterfolien“, welche einen inhaltlichen Rahmen vorgeben und methodische und didaktische Anregungen zur individuellen Unterrichtsgestaltung geben. Auf dem Boden dieser selbständigen Vorbereitung sind die Teilnehmer in der Lage, im Präsenz-Workshop zwei zufällig ausgewählte Einheiten des BVP-Gesprächsbegleiter-Workshops in einer Rollenspiel-Kleingruppe zu unterrichten. Die Vorbereitung auf den Kurs beinhaltet ebenfalls eine Videoanalyse eines BVP-Gesprächs mit Fokus auf möglichen Trainerinterventionen, eine schriftliche Lernzielkontrolle der theoretischen Lerninhalte der „Masterfolien“, sowie die Korrektur einer Dokumentation eines BVP-Gesprächs.
  2. Präsenz-Workshop: 32 UE (erfolgreiche Teilnahme gemäß gemeinsamer Performanz-Bewertung durch mindestens 2 Trainer-Trainer). Die Teilnehmenden gestalten und unterrichten in der Kleingruppe aktiv Ausschnitte aus 2 Einheiten des BVP-Gesprächsbegleiter-Workshops und reflektieren anhand der Peer-Rückmeldung Ziele und Inhalte der Einheiten sowie die didaktische und methodische Aufarbeitung und ihre Wirkung. Sie üben ihre kommunikativen und didaktischen Fähigkeiten praktisch in der Rolle des BVP-Gesprächsbegleiter-Trainers und des BVP-Gesprächsbegleiters im Schauspiel-Patienten gestützten interaktiven Rollenspiel. Hierbei erhalten sie jeweils Rückmeldung aus der Kleingruppe und von den Trainer-Trainern.
  3. Nachbereitung: Nochmalige Teilnahme an einem (von einem zertifizierten BVP-Trainer geleiteten) 8-tägigen BVP-Gesprächsbegleiter-Workshop (Module A, B und C) in der Rolle des Ko-Trainers bei den SP-gestützten Rollenspielen, mit Übernahme von mindestens einem Impuls-Vortrag pro Modul sowie mit mindestens einem Einzel-Coaching eines BVP-Gesprächsbegleiter-Trainees bei anschließender Supervision des Einzel-Coachings durch einen zertifizierten BVP-Trainer.

Um die Zertifizierung als BVP-Trainer aufrechtzuerhalten, ist initial nach 2 Jahren, dann nach weiteren 3 Jahren und von da an alle 5 Jahre an einem mindestens zweitägigen Refresher-Workshop teilzunehmen und eine positive Bewertung durch einen Trainer-Trainer vorzuweisen, der als Beobachter an einem Workshop-Tag des Trainers teilgenommen hat.

 

Bitte beachten Sie: Weitere Informationen zu Umfang und Teilnahmevoraussetzungen der Qualifizierung finden Sie hier >>

 

Mitarbeitende aller Berufsgruppen von Gesundheitsberufen, die zertifizierte und erfahrene BVP-Gesprächsbegleiter sind und eine Trainertätigkeit für Behandlung im Voraus Planen nach den Standards der DiV-BVP anstreben
20
auf Anfrage
werden beantragt
Christophorus Akademie

Prof. Dr. Dr. med. Berend Feddersen

Kornelia Götze
Prof. Dr. med. Tanja Krones

Dr. med. Barbara Loupatatzis
Prof. Dr. med. Georg Marckmann
Prof. Dr. med. Jürgen in der Schmitten

Dr. rer. biol. hum. Sabine Petri

 

 

19 L-14

01.04. bis 04.04.2019
Beginn: Montag, 9.00 Uhr
Ende: Donnerstag, 16.00 Uhr
bis 04.02.2019
Anmeldung >>

 

 

ACP-I 2019 - 7th Advance Care Planning International Conference
14.-16.03.2019, Rotterdam, Netherlands >>

 

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Stand: Oktober 2018